Beziehungsvolles Miteinander
Achtsamkeit, Mitgefühl und Empathie als Basis

 

In der Begegnung mit den Kindern, Eltern, sowie untereinander ist uns eine wohlwollende offene Haltung gepaart mit Einfühlungsvermögen ein großes Anliegen. Die Basis dafür ist, mit unseren eigenen Bedürfnissen und Gefühlen im Kontakt zu sein – authentisch zu sein. All diese Fähigkeiten ermöglichen uns die Gestaltung einer beziehungsvollen Atmosphäre, die eine gelingende Entwicklung möglich macht. In der Begleitung der Kinder bedeutet dies auch die volle Verantwortung für die Qualität der Beziehung zu übernehmen.
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Helle Jensen und Jesper Juul beschreiben diese Haltung mit folgenden Worten: „…ich sehe dich und interessiere mich nicht nur für deine Handlung, sondern auch für das, was dich dazu bewegt hat, etwas Bestimmtes zu tun, für die Intention, die dahinter steckt und stimme mein eigenes Verhalten darauf ab, ohne die Führung dabei abzugeben.“
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Freie Bewegungsentwicklung nach Emmi Pikler und Elfriede Hengstenberg

 

Die selbständige und eigenbestimmte Bewegungsentwicklung des Kindes ist die Grundlage der Persönlichkeitsentfaltung.

Ziel ist, dass die Kinder durch das selbständige Überwinden von Wider-ständen und Schwierigkeiten (besonders beim Klettern und Balancieren) jene innere Aufrichtung und Spannkraft, die ihnen bei einer “helfenden” Erziehung so rasch verloren geht, (wieder) zu gewinnen und ihren eigenen Rhythmus zu leben. (frei nach Heinrich Jacoby)

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„Frei“ heißt in diesem Zusammenhang, dass ein Kind seine Fertigkeiten von frühester Kindheit an, spielend und von innen her (intrinsisch) motiviert erwirbt. Im Idealfall ohne angeleitet zu werden, ohne äußere Erwartung und Leistungsdruck.

 

Wichtig ist, abwarten zu können, bis das Kind von sich aus Interesse zeigt: Wenn das Kind sich selbst die Aufgabe stellt, kann es sein Ziel abändern und vereinfachen. Es kann sich an dem freuen, was möglich ist. Das geht nicht, wenn der Erwachsene etwas vorgibt, denn dann fühlt sich das Kind nicht frei, die Aufgabenstellung abzuändern. Kinder wollen bestehen, unseren Erwartungen entsprechen – auch das ist eine Form von Leistungsdruck.

 

Von großer Bedeutung für uns Erwachsene ist die Wahrneh­mung von dem, was die einzelnen Kinder brauchen um ihren nächsten Entwicklungsschritt zu vollziehen. Entsprechend dieser Beobachtung bereiten wir die Umgebung derart vor, dass die Kinder von sich aus, ohne die Hilfe des Erwachsenen die Angebote nutzen und weiterentwickeln können.

 

Manchmal ist es für uns Erwachsene eine Herausforderung, mit unseren Kindern das Hier und Jetzt zu genießen, ohne bereits an das zu denken, was als Nächstes sein wird, und nicht schon das Nächste für das Kind zu wollen. Die Qualität im Gegenwärtigsein und im Zurücknehmen der eigenen Ideen als Erwachsener eröffnet Raum und Zeit für Übergangsstufen und Zwischenräume. Denn wer sie verkennt, läuft Gefahr Bewegungsunsicherheit zu fördern, die zu muskulären Verspannungen, Haltungsschäden oder Ähnli­chem führen kann.

 

Uli Tritschler beschreibt das liebevolle Gegenwärtigsein abseits von Lob und Tadel als Geschenk an die Kinder: Wenn wir das Erlebte einfühlend in Worte übertragen, schenken wir dem Kind oft dessen eigene Erfahrung noch einmal und ermutigen es so zu weiterem schöpferischen Schaffen.

 

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Maria Montessori

 

Es ist wichtig, den Kindern nicht ständig unsere Ziele und Erwartungen im Spiel vorzugeben sondern uns genügend Zeit zu nehmen, sie zu beobachten und dabei von ihnen zu lernen. Das heißt: Wir sollten die Kinder sehen, wie sie sind und nicht, wie wir sie haben wollen.
Für uns ist die Fähigkeit zu beobachten eine wahre Kunst – nämlich den Drang zu unterdrücken, sich in die kindlichen Prozesse einzumischen oder diese gar beschleunigen zu wollen. “attendere osservando” – “Warten während des Beobachtens”.
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Unsere Beobachtungen der Fähigkeiten und Interessen der Kinder, sowie die Kenntnis und das Erkennen der „sensiblen Phasen“ – jene Zeiträume innerhalb der kindlichen Entwicklung, in denen das Kind besonders empfänglich ist, bestimmte Dinge zu lernen – inspirieren uns bei der Gestaltung einer liebevollen und anregenden „Vorbereiteten Umgebung“. Unsere Begleitung sehen wir als Rahmen, der Orientierung gibt, aber nicht formend und verändernd in die Persönlichkeit der Kinder eingreift. Innerhalb dieses Rahmens können die Kinder frei wählen, Was sie arbeiten/spielen wollen und mit Wem und Wie lange. Dadurch unterstützen wir nicht nur Entscheidungsbereitschaft, Initiative, Verantwortungsbe­wusstsein und Selbständigkeit, sondern auch das Lernen des Lernens.

 

Wir achten darauf, möglichst wenige Handlungen für das Kind durchzuführen, welche bereits eigenständig getan werden können. Dies gelingt uns, indem wir differenziert Wahrnehmen, Zuhören und „Hinspüren“, wie­viel Unterstützung jedes einzelne Kind in der jeweiligen Situation gerade benötigt.

 

Unsere durch Sprache ausgedrückte Anteilnahme rundet die Begleitung auf seinem Weg zur Selbständigkeit ab: „Hilf mir, es selbst zu tun!“ Das Kind erlebt seine Selbstwirksamkeit und erfährt Stück für Stück seine erweiterten Kompetenzen – und kann seine Freude darüber mit uns teilen, wodurch für beide Seiten Verbundenheit entsteht und das Kind fühlt sich gesehen und wird emotional satt.

 

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Jeux Dramatiques

 

Die Jeux Dramatiques sind ein lustbetontes, leistungsfreies Theaterspiel, indem auf eingeübte Rollen und auf Sprache verzichtet wird. Durch das Weglassen der Sprache entsteht jene innere Dynamik, durch die sich viele unserer schöpferischen Anteile entfalten. Die Kommunikation im Spiel entsteht durch die Nutzung der Ressourcen unserer Mimik, unserer Gestik und unseres gesamten Körpers – die Unmittelbarkeit in der Verbindung. Empfindung, Bedürfnis und Mitteilung belebt den authentischen Ausdruck.
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In einem Anfangskreis wählt jeder selbst „aus dem Bauch heraus“ die Rolle. Danach lädt eine Vielfalt an Tüchern, Hüten und Kruscht zum Ver­kleiden und Gestalten der Spielplätze ein. Das anschließende Spiel ist ein Erleben von Geben und Nehmen – es ist einfach spielen – ohne sich Sorgen zu müssen, etwas richtig oder falsch zu machen. Im Spiel – innerhalb eines Regelrahmens – gibt es Freiraum: Alles ist möglich, alles ist erlaubt – es ist, wie es ist… Ein kurzes unkommentiertes Feedback am Ende jedes Spiels, in dem jeder Einzelne zur eigenen Befindlichkeit ein paar Sätze sagen kann (was für ihn schön, unangenehm, etc. war oder was er vermisst hat, sich gewunschen hätte) rundet jede Einheit ab.

 

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